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Maler beauftragen: Innenanstrich, Fassade, Tapezieren

· geprüft am · Redaktion

Maler beauftragen: Innenanstrich, Fassade, Tapezieren
Kurz gesagt: Für Innenanstrich, Fassadenanstrich und Tapezieren ist der Malerbetrieb der richtige Ansprechpartner. Die drei Arbeiten unterscheiden sich stark in Vorbereitung, Material und Aufwand, weshalb sich ein Vor-Ort-Termin und ein schriftliches Angebot vor Auftragsvergabe lohnen.

Ob frisch gestrichene Wände im Wohnzimmer, eine neue Fassadenfarbe nach vielen Jahren Witterung oder hochwertige Tapeten im Flur, Malerarbeiten gehören zu den häufigsten Handwerksaufträgen in privaten Haushalten. Anders als bei vielen anderen Gewerken ist der Beruf Maler und Lackierer für einfache Anstricharbeiten nicht in jedem Fall an eine Meisterpflicht gebunden, dennoch lohnt sich die Beauftragung eines eingetragenen Fachbetriebs, weil Erfahrung bei Untergrundvorbereitung und Materialwahl über die Haltbarkeit des Ergebnisses entscheidet. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei Innenanstrich, Fassadenarbeiten und Tapezieren achten sollten und wie Sie einen passenden Betrieb finden.

Wann ein professioneller Malerbetrieb sinnvoller ist als Eigenleistung

Viele Eigentümer überlegen bei einfachen Anstricharbeiten, ob sie diese selbst übernehmen können, und tatsächlich lassen sich kleinere Flächen mit etwas Übung durchaus in Eigenregie streichen. Bei größeren Flächen, hochwertigen Tapeten, komplizierten Untergründen oder Arbeiten in großer Höhe stößt Eigenleistung jedoch schnell an Grenzen, sowohl was das Ergebnis als auch was die Arbeitssicherheit betrifft. Ein professioneller Malerbetrieb verfügt über geeignetes Werkzeug, etwa Farbspritzgeräte für große Flächen oder Gerüste für Fassaden, sowie über die Erfahrung, mit unerwarteten Problemen wie plötzlich auftretenden Feuchtigkeitsflecken souverän umzugehen. Wer selbst wenig Erfahrung mit Malerarbeiten hat, spart durch die Beauftragung eines Fachbetriebs häufig nicht nur Zeit, sondern vermeidet auch teure Fehlkäufe bei Material und Werkzeug.

Innenanstrich: Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis

Ein sauberer Innenanstrich beginnt nicht mit dem Farbeimer, sondern mit der Untergrundprüfung. Risse, alte Tapetenreste, Nikotinablagerungen oder feuchte Stellen müssen vor dem Streichen behandelt werden, sonst schlägt sich das Problem nach kurzer Zeit wieder durch die neue Farbschicht durch. Ein erfahrener Malerbetrieb begutachtet die Wände vor dem Angebot, schlägt bei Bedarf eine Grundierung oder Sperrfarbe vor und berät zu Deckkraft, Wischfestigkeit und Raumklima-Eigenschaften verschiedener Farbsysteme. Gerade in Küche, Bad und Kinderzimmer spielt die Wahl der richtigen Farbe eine größere Rolle, als viele Auftraggeber zunächst annehmen, weil Feuchtigkeit, Reinigungshäufigkeit und Schadstoffbelastung unterschiedliche Anforderungen stellen.

Auch der Zeitpunkt zählt: Wer eine ganze Wohnung streichen lässt, sollte Möbel, Böden und Steckdosen rechtzeitig abdecken lassen oder selbst vorbereiten, das spart Zeit vor Ort und senkt tendenziell den Arbeitsaufwand, der abgerechnet wird.

Fassadenanstrich: Witterung, Untergrund und Gerüst mitdenken

Eine Fassade ist deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als eine Innenwand, Regen, UV-Strahlung, Frost und Schadstoffe aus der Luft setzen der Farbschicht über Jahre zu. Vor einem Neuanstrich prüft der Malerbetrieb deshalb den Zustand des Putzes, entfernt losen Altanstrich, behandelt Algen- oder Schimmelbefall und wählt ein Fassadenfarbsystem, das zum Untergrund und zur gewünschten Optik passt. Bei mehrgeschossigen Gebäuden ist zusätzlich ein Gerüst notwendig, dessen Auf- und Abbau meist über einen Gerüstbaubetrieb organisiert wird und einen eigenen Kostenfaktor darstellt.

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Wetterabhängigkeit: Fassadenarbeiten lassen sich nur in einem bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitsfenster ausführen, ein seriöser Betrieb plant deshalb Pufferzeiten ein und verschiebt Termine bei ungeeigneter Witterung, statt die Haltbarkeit der Arbeit zu riskieren.

Auch die Nachbarschaft und öffentliche Flächen spielen bei Fassadenarbeiten eine Rolle, wenn ein Gerüst auf oder über einem Gehweg steht, ist häufig eine Genehmigung der zuständigen Straßenverkehrsbehörde notwendig, um die Fläche vorübergehend zu sperren. Ein erfahrener Malerbetrieb oder der beauftragte Gerüstbaubetrieb kann Sie über die notwendigen Schritte informieren und die Genehmigung teilweise mit organisieren. Bedenken Sie außerdem, dass ein Gerüst über mehrere Tage oder Wochen stehen bleibt, planen Sie deshalb genügend Vorlauf zwischen Auf- und Abbau ein, insbesondere wenn mehrere Gewerke, etwa zusätzlich ein Dachdecker, dasselbe Gerüst mitnutzen sollen. Das spart am Ende sowohl Kosten für die Gerüststandzeit als auch Koordinationsaufwand zwischen den beteiligten Betrieben.

Tapezieren: Vom Streifenmaß bis zur Musterpassung

Tapezierarbeiten verlangen Präzision, insbesondere bei Mustertapeten mit Rapport, bei denen sich das Muster von Bahn zu Bahn exakt fortsetzen muss. Ein Fachbetrieb misst die Wandflächen genau aus, berechnet den Materialbedarf inklusive Verschnitt und bereitet den Untergrund vor, etwa durch Grundieren stark saugender Wände oder Ausbessern von Unebenheiten, damit die Tapete später keine Blasen wirft. Bei Vliestapeten wird meist die Wand eingeleimt und die trockene Bahn angebracht, bei Papiertapeten läuft der Prozess anders, ein Betrieb kennt die jeweiligen Verarbeitungshinweise der Hersteller.

Wer besonders hochwertige oder teure Tapeten verarbeiten lässt, sollte gezielt nach Referenzen mit vergleichbaren Materialien fragen, denn nicht jeder Betrieb hat gleich viel Erfahrung mit Naturfasertapeten, Textiltapeten oder großformatigen Panoramamotiven.

Kostenfaktoren beim Malerauftrag

Pauschale Preise pro Quadratmeter lassen sich seriös kaum nennen, weil zu viele Variablen den Aufwand beeinflussen. Folgende Faktoren bestimmen, was ein Malerauftrag am Ende kostet:

FaktorWarum er den Preis beeinflusst
Zustand des UntergrundsRisse, Feuchtigkeit oder alte Tapetenreste erhöhen den Vorbereitungsaufwand
Fläche und RaumhöheGrößere und höhere Flächen benötigen mehr Material und Arbeitszeit, teils zusätzlich ein Gerüst
Anzahl der AnstricheDeckende Ergebnisse bei Farbwechseln erfordern häufig mehrere Arbeitsgänge
Material und FarbsystemSpezialfarben für Feuchträume, Fassaden oder Allergiker unterscheiden sich im Preis
Abdeck- und SchutzarbeitenMöbel, Böden und Fenster müssen fachgerecht geschützt werden
ZugänglichkeitHohe Fassaden oder schwer erreichbare Räume erhöhen den Aufwand
Praxistipp: Lassen Sie sich immer ein schriftliches Angebot mit getrennten Positionen für Material und Arbeitszeit erstellen. So erkennen Sie, welcher Anteil der Rechnung als Arbeitskosten für die Steuerermäßigung nach § 35a Einkommensteuergesetz infrage kommt, und können mehrere Angebote fair vergleichen.

Den passenden Malerbetrieb finden und beauftragen

Holen Sie für größere Vorhaben grundsätzlich mehrere Angebote ein und lassen Sie sich vor Ort beraten, ein guter Betrieb erkennt Problemstellen am Untergrund, bevor sie zum Streitpunkt werden. Prüfen Sie außerdem, ob Referenzen zu ähnlichen Projekten vorliegen, insbesondere bei Fassaden oder speziellen Tapetenarten. Klären Sie vor Vertragsschluss, wer für Abdeckarbeiten, Entsorgung von Altmaterial und eventuelle Nacharbeiten zuständig ist, und halten Sie Zahlungsmodalitäten sowie Fertigstellungstermin schriftlich fest. Über das Angebotsformular können Sie Ihr Vorhaben beschreiben und unverbindlich Angebote von Malerbetrieben aus Ihrer Region einholen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Vorhaben eine Meisterpflicht berührt oder wie hoch die mögliche Steuerersparnis ausfällt, hilft der Meisterpflicht-Check beziehungsweise der Handwerkerbonus-Rechner bei der Einordnung.

Häufige Fragen

Braucht ein Maler einen Meisterbrief?

Der Beruf Maler und Lackierer ist als zulassungspflichtiges Handwerk gelistet, wobei für einfache, nicht gefahrgeneigte Tätigkeiten Ausnahmen von der Meisterpflicht bestehen können. Fragen Sie im Zweifel direkt beim Betrieb nach der Qualifikation und bei Unsicherheit bei der zuständigen Handwerkskammer nach, insbesondere bei umfangreicheren Sanierungsarbeiten.

Wie lange muss eine frisch gestrichene Wand trocknen?

Die Trocknungszeit hängt von Farbsystem, Schichtdicke, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab, weshalb sich keine allgemeingültige Zeitangabe machen lässt. Der ausführende Betrieb kann anhand des verwendeten Produkts und der Bedingungen vor Ort eine realistische Einschätzung geben.

Wer übernimmt das Abdecken von Möbeln und Böden?

Das ist Verhandlungssache und sollte vor Auftragsbeginn geklärt werden. Manche Betriebe bieten das Abdecken als Teil des Auftrags an, bei anderen ist es eine separate Position oder Sache des Auftraggebers. Klären Sie diesen Punkt schriftlich, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.

Lohnt sich ein Fassadenanstrich vor einer geplanten Dämmung?

Wenn eine energetische Sanierung der Fassade in absehbarer Zeit ansteht, sollten Sie diese zuerst prüfen lassen, da ein frischer Anstrich bei einer späteren Dämmmaßnahme oft überflüssig wird. Ein Malerbetrieb oder ein auf Dämmung spezialisierter Fachbetrieb kann gemeinsam mit Ihnen die sinnvolle Reihenfolge der Arbeiten besprechen.

Quellen

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