Glossar
Regiearbeiten
Regiearbeiten kommen typischerweise dann zum Einsatz, wenn der genaue Aufwand einer Leistung vorab nicht seriös kalkulierbar ist, etwa bei unvorhersehbaren Zusatzarbeiten während einer Sanierung. Statt eines Festpreises wird hier nach tatsächlich geleisteten Stunden und verbrauchtem Material abgerechnet, dokumentiert über sogenannte Regieberichte oder Stundenzettel.
Für Kunden ist bei Regiearbeiten wichtig, dass die geleisteten Stunden und das verwendete Material laufend und nachvollziehbar dokumentiert werden, idealerweise mit Unterschrift oder Bestätigung nach jedem Einsatztag. Ohne eine solche Dokumentation lässt sich am Ende schwer nachprüfen, ob die abgerechnete Zeit tatsächlich der geleisteten Arbeit entspricht.
Häufig vereinbaren Auftraggeber und Betrieb vorab eine ungefähre Obergrenze für Regiearbeiten oder lassen sich vor größeren Zusatzarbeiten eine Kostenschätzung geben, um nicht ohne jede Kontrolle in eine offene Abrechnung zu geraten. Bei planbaren Zusatzleistungen ist häufig ein Nachtrag mit festem Preis die transparentere Alternative zu offenen Regiearbeiten.
Aus Sicht des Betriebs bieten Regiearbeiten den Vorteil, dass unklare oder schwer kalkulierbare Aufwände nicht vorab mit einem Risikoaufschlag versehen werden müssen, was im Idealfall auch dem Kunden zugutekommen kann. Voraussetzung dafür ist allerdings gegenseitiges Vertrauen und eine transparente Dokumentation, ohne die Regiearbeiten schnell zu einem Streitpunkt werden können, insbesondere wenn der tatsächliche Aufwand die ursprüngliche Erwartung deutlich übersteigt.
Wird absehbar, dass ein größerer Teil der Gesamtleistung als Regiearbeit anfällt, lohnt sich ein Zwischenstopp, um den bisherigen Aufwand gemeinsam zu besprechen und weitere Schritte abzustimmen.