Glossar
Unterspannbahn
Unterhalb der eigentlichen Dacheindeckung, etwa Dachziegeln oder Dachsteinen, wird in der Regel eine Unterspannbahn verlegt. Sie dient als zusätzliche Schutzebene gegen eindringenden Flugschnee, Treibregen oder Feuchtigkeit, die trotz intakter Eindeckung an einzelnen Stellen eindringen könnte, etwa bei starkem Wind oder nach Sturmschäden an einzelnen Dachziegeln.
Moderne Unterspannbahnen sind meist diffusionsoffen ausgeführt, das heißt, sie lassen Wasserdampf von innen nach außen durch, verhindern aber gleichzeitig, dass Feuchtigkeit von außen in die Dachkonstruktion eindringt. Das unterstützt ein trockenes Dachgebälk und beugt Schimmelbildung in der Dämmung vor.
Bei der Sanierung eines bestehenden Daches ist der Zustand der Unterspannbahn ein wichtiger Prüfpunkt, da eine beschädigte oder veraltete Bahn ihre Schutzfunktion nur noch eingeschränkt erfüllt. Ein Dachdeckerbetrieb kann im Rahmen einer Dachinspektion beurteilen, ob die vorhandene Unterspannbahn noch intakt ist oder erneuert werden sollte.
Bei der Montage ist besonders auf eine überlappende, wasserdicht ausgeführte Verlegung der einzelnen Bahnen sowie auf sorgfältige Anschlüsse an Durchdringungen wie Dachfenstern oder Kaminen zu achten, da hier erfahrungsgemäß die meisten Undichtigkeiten entstehen. Beschädigte Unterspannbahnen, etwa durch Marderbefall oder mechanische Einwirkung bei späteren Arbeiten auf dem Dach, sollten zeitnah repariert werden, um die Schutzfunktion der gesamten Dachkonstruktion zu erhalten.
Bei der Wahl des Materials unterscheiden sich einfache Kunststofffolien von hochwertigeren, diffusionsoffenen Unterdeckbahnen, die zusätzlich als eigenständige, vorübergehende Wetterschutzschicht während der Bauphase dienen können.
Nach starken Stürmen empfiehlt sich eine kurze Sichtprüfung der Dachfläche, um mögliche Beschädigungen frühzeitig zu erkennen.