Glossar
Traufe
Als Traufe wird die untere Kante einer geneigten Dachfläche bezeichnet, an der das Regenwasser von der Dachhaut abläuft. Hier befindet sich in der Regel die Dachrinne, die das ablaufende Wasser sammelt und über Fallrohre kontrolliert ableitet, statt es unkontrolliert an der Fassade herunterlaufen zu lassen.
Konstruktiv ist der Traufbereich besonders anspruchsvoll, da hier mehrere Bauteile zusammentreffen: die Dacheindeckung, die Unterspannbahn, die Dachrinne sowie häufig auch die Dämmung und der Übergang zur Fassade. Wird dieser Bereich nicht sorgfältig ausgeführt, können Feuchtigkeitsschäden an der Fassade oder im Dachgebälk entstehen.
Bei der Planung von Dachaufstockungen, Dämmmaßnahmen oder dem Anbau einer Photovoltaikanlage spielt die Traufhöhe zudem eine baurechtliche Rolle, da viele Bebauungspläne maximale Trauf- und Firsthöhen festlegen. Ein Dachdeckerbetrieb kann sowohl die bautechnischen als auch die praktischen Aspekte des Traufbereichs bei einer Sanierung beurteilen.
Bei der energetischen Sanierung eines Daches muss der Traufbereich besonders sorgfältig geplant werden, da hier die Dämmung des Daches an die Dämmung der Fassade anschließt und Wärmebrücken entstehen können, wenn dieser Übergang nicht durchdacht ausgeführt wird. Auch der nachträgliche Einbau einer größeren Dachrinne, etwa zur besseren Ableitung von Regenwasser bei Starkregenereignissen, wird häufig im Zuge einer Dachsanierung mit erledigt.
Vögel und Insekten suchen im Traufbereich häufig Unterschlupf, weshalb bei der Sanierung mitunter zusätzlich auf einen fachgerechten, aber tierfreundlichen Verschluss offener Spalten geachtet wird.
Ein regelmäßiger Blick auf Dichtungen und Anschlüsse im Traufbereich beugt größeren Feuchtigkeitsschäden zuverlässig vor.