Glossar
FI-Schutzschalter
Ein FI-Schutzschalter, offiziell Fehlerstrom-Schutzeinrichtung genannt, vergleicht fortlaufend den Strom, der über den Außenleiter in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem Strom, der über den Neutralleiter zurückfließt. Weichen beide Werte um mehr als einen festgelegten Grenzwert voneinander ab, etwa weil Strom über einen Menschen oder einen Defekt abfließt, schaltet der FI-Schutzschalter den betroffenen Stromkreis in Sekundenbruchteilen ab.
Diese Technik schützt vor allem vor lebensgefährlichen elektrischen Schlägen, aber auch vor Bränden, die durch Fehlerströme in beschädigten Leitungen entstehen können. In vielen Bereichen, etwa Badezimmern, Außensteckdosen oder Feuchträumen, ist der Einsatz von FI-Schutzschaltern heute verbindlich vorgeschrieben, in älteren Installationen fehlen sie jedoch mitunter noch.
Ein Elektrofachbetrieb kann im Rahmen einer Bestandsprüfung feststellen, ob und in welchen Stromkreisen ein FI-Schutzschalter nachgerüstet werden sollte. Der kleine schwarze Testknopf am Schalter selbst sollte regelmäßig betätigt werden, um die Funktionsfähigkeit zu prüfen, ein Auslösen bei Betätigung zeigt, dass die Schutzfunktion grundsätzlich arbeitet.
Bei Neubauten und größeren Modernisierungen schreiben die aktuell geltenden technischen Regeln den flächendeckenden Einsatz von FI-Schutzschaltern für nahezu alle Stromkreise vor, nicht mehr nur für einzelne Feuchtbereiche. In Bestandsgebäuden mit älterer Elektroinstallation ist eine Nachrüstung technisch in der Regel gut möglich, ohne dass dafür zwingend die gesamte Verkabelung erneuert werden muss, da FI-Schutzschalter häufig zentral im Zählerschrank oder in der Unterverteilung ergänzt werden können.
In mehrgeschossigen Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten wird häufig für jede Einheit ein eigener FI-Schutzschalter vorgesehen, damit ein Fehler in einer Wohnung nicht die Stromversorgung der anderen beeinträchtigt.