Glossar
Estrich
Estrich bildet die ebene, tragfähige Schicht zwischen dem Rohboden eines Gebäudes und dem späteren sichtbaren Bodenbelag. Er gleicht Unebenheiten des Untergrunds aus, nimmt mechanische Belastungen auf und kann zusätzlich Leitungen, Fußbodenheizungen oder Dämmschichten aufnehmen, je nach Konstruktionsart als schwimmender, verbundener oder auf Trennlage verlegter Estrich.
Verbreitet sind vor allem Zementestrich, der besonders robust und feuchtigkeitsunempfindlich ist, sowie Calciumsulfatestrich, der schneller aushärtet und sich gut für Fußbodenheizungen eignet, aber empfindlicher gegenüber stehender Feuchtigkeit ist. Die Wahl der richtigen Estrichart hängt von Nutzung, geplanter Fußbodenheizung und dem vorgesehenen Bodenbelag ab.
Vor dem Verlegen von Fliesen, Parkett oder anderen Belägen muss der Estrich ausreichend ausgetrocknet und mit einer Feuchtemessung geprüft sein, da Restfeuchte spätere Schäden am Bodenbelag verursachen kann. Ein Estrichleger oder der ausführende Fliesenleger beziehungsweise Parkettleger kann anhand der Estrichart die notwendige Trocknungszeit einschätzen.
Bei beheizten Estrichen mit integrierter Fußbodenheizung muss zusätzlich ein sogenanntes Aufheizprotokoll erstellt werden, bei dem der Estrich kontrolliert und schrittweise erwärmt wird, bevor der endgültige Bodenbelag verlegt wird. Wird dieser Prozess übersprungen oder zu schnell durchgeführt, drohen Rissbildung im Estrich oder Schäden am später verlegten Belag. Ein Estrichleger oder Heizungsbaubetrieb koordiniert diesen Vorgang üblicherweise gemeinsam.
Bei nachträglichem Einbau einer Fußbodenheizung in ein bestehendes Gebäude prüft ein Fachbetrieb zudem, ob die vorhandene Aufbauhöhe des Estrichs für die geplante Heiztechnik überhaupt ausreicht.
Nach dem Verlegen sollte der frische Estrich ausreichend vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um ein zu schnelles, rissiges Austrocknen zu vermeiden.
Betroffene Gewerke
Fliesenleger Maurer und Bauunternehmen Parkett- und Bodenleger