Glossar
Abbund
Beim Abbund werden die einzelnen Holzbauteile einer Konstruktion, etwa eines Dachstuhls oder eines Holzrahmenbaus, nach den Plänen des Zimmerers maßgenau zugeschnitten und mit den notwendigen Verbindungen wie Zapfen oder Blattungen versehen. Traditionell geschah dies überwiegend von Hand auf dem Abbundplatz, heute übernehmen häufig computergesteuerte Abbundanlagen einen Großteil der Zuschnitte.
Der Vorteil eines vorgefertigten Abbunds liegt in der kürzeren Montagezeit auf der Baustelle: Die einzelnen Bauteile passen bereits exakt zueinander und müssen nur noch aufgerichtet und verbunden werden. Das reduziert die Zeit, in der ein Gebäude ungeschützt der Witterung ausgesetzt ist, was besonders bei Dachstühlen von Vorteil ist.
Die Qualität des Abbunds hängt stark von der Genauigkeit der vorherigen Planung und Vermessung ab. Fehler im Abbund lassen sich auf der Baustelle oft nur mit erheblichem Mehraufwand korrigieren, weshalb ein erfahrener Zimmererbetrieb hier besonders sorgfältig arbeitet und moderne Vermessungs- und Planungstechnik einsetzt.
Neben der reinen Passgenauigkeit spielt beim Abbund auch die Wahl des Holzes eine Rolle, etwa hinsichtlich Feuchtegehalt, Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit der eingesetzten Holzart. Für sichtbare Konstruktionen, etwa in offenen Dachstühlen, wird zusätzlich auf eine optisch ansprechende Oberflächenbearbeitung geachtet, während bei verdeckten Konstruktionen die statische Funktion im Vordergrund steht. Ein erfahrener Zimmererbetrieb stimmt Materialwahl und Verbindungstechnik entsprechend aufeinander ab.
Bei größeren Projekten wird der geplante Abbund häufig vorab digital simuliert, sodass mögliche Kollisionen einzelner Bauteile schon am Bildschirm erkannt und korrigiert werden, bevor das Holz zugeschnitten wird.